Die Hans Soldan Stiftung, 1908 mit dem Ziel gegründet, das Wohl und die Leistungsfähigkeit der Anwaltschaft zu fördern, verfolgt seit Ende der 1980er Jahre den Zweck, die Aus- und Fortbildung von Rechtsanwälten und Notaren sowie von Referendaren und Studenten, die den Beruf des Rechtsanwalts anstreben, zu unterstützen. Verwirklicht wird dieser Zweck in erster Linie durch die Gewährung von Zuschüssen an gemeinnützige Institutionen, die Aus- und Fortbildung des geförderten Personenkreises durchführen. Die Hans Soldan Stiftung engagiert sich durch ihre Fördertätigkeit insbesondere für eine praxisorientierte Aus- und Fortbildung von Jurastudenten, Referendaren und Rechtsanwälten. 

Zu den ersten  Einrichtungen, die von der Stiftung gefördert wurden, gehörten die Deutsche Anwaltsakademie in Bonn und das Deutsche Anwaltsinstitut in Bochum.  Vor allem aber unterstützt die Stiftung die Einführung einer praxisorientierten Juristenausbildung an den deutschen Universitäten. Das erste Projekt, das in diesem Bereich gefördert wurde, war das 1988 gegründete Institut für Anwaltsrecht an der juristischen Fakultät der Universität zu Köln. Das Institut war das erste seiner Art, das in Deutschland eine Brücke zwischen Rechtswissenschaft und anwaltlicher Praxis schlug. Nach dem Vorbild des Kölner Modells entstanden bis Mitte der 1990er Jahre dank der Unterstützung durch die Hans Soldan Stiftung fünf weitere Fördervereine für Institute dieser Art in Bielefeld, Hannover, Heidelberg, München und Bremen. Mittlerweile gibt es weitere Institute für Anwaltsrecht auch an den Universitäten Berlin (Humboldt), Rostock, Leipzig und Erlangen.

Die Bedeutung des Engagements der Stiftung zeigte sich nicht zuletzt durch die Reform der Juristenausbildung im Jahr 2003, die eine der zentralen Forderungen der Stiftung, nämlich die Einführung eines anwaltsorientierten Studiums, zumindest teilweise umsetzte. Die von der Stiftung veranstalteten Soldan Tagungen, auf denen regelmäßig Wissenschaftler und Praktiker über die Gegenwart und Zukunft der Juristenausbildung diskutieren, haben dieses Thema seit 1999 intensiviert behandelt.