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Hintergrund

Aus An­lass des 100. Grün­dungs­ju­bi­lä­ums der Hans Sold­an Stif­tung kün­dig­te der Vor­stand der Stif­tung am 6. Juni 2008 auf einer Fest­ver­an­stal­tung im Fran­zö­si­schen Dom in Ber­lin an, eine nach dem Na­mens­ge­ber der Stif­tung, Hans Sold­an, be­nann­te Stif­tungs­pro­fes­sur an einer rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät einer deut­schen Uni­ver­si­tät zu stif­ten.

Mit einer sol­chen Stif­tungs­pro­fes­sur soll­te die För­der­po­li­tik der Stif­tung, die sich zuvor auf die Un­ter­stüt­zung von Ein­rich­tun­gen kon­zen­trier­te, auf eine wei­te­re Säule ge­stellt und zu­gleich ein neuer Im­pe­tus zur Ver­wirk­li­chung des Stif­tungs­zwecks, der För­de­rung der an­walts­ori­en­tier­ten Ju­ris­ten­aus­bil­dung, ge­setzt wer­den. Der Vor­stand der Hans Sold­an Stif­tung ar­bei­te­te nach der An­kün­di­gung der Ver­ga­be einer „Hans Sold­an Stif­tungs­pro­fes­sur“ ein Kon­zept einer sol­chen Pro­fes­sur aus.  In die­sen Pro­zess war der Auf­sichts­rat der Stif­tung, in dem unter an­de­rem Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer (BRAK) und Deut­scher An­walt­ver­ein (DAV) ver­tre­ten sind, ein­ge­bun­den.

Aus Sicht der Stif­tung spra­chen auf­grund der Er­fah­run­gen mit der an­walts­ori­en­tier­ten Ju­ris­ten­aus­bil­dung die über­zeu­gends­ten Ar­gu­men­te dafür, dass eine Sold­an Stif­tungs­pro­fes­sur eine zi­vil­recht­li­che Aus­rich­tung be­sit­zen soll­te. Das Zi­vil­recht deckt pri­mär die be­rufs­prak­ti­schen As­pek­te ab, mit denen junge An­wäl­te in ihrer Be­rufs­tä­tig­keit täg­lich kon­fron­tiert sind, z.B. Fra­gen der Rechts­be­zie­hun­gen zu Man­dan­ten, der Be­rufs­or­ga­ni­sa­ti­on, der Ver­gü­tung und Haf­tung, der Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se, des Wett­be­werbs- oder des Zi­vil­ver­fah­rens­rechts. Das Feh­len ent­spre­chen­der Kennt­nis­se wird von Ar­beit­ge­bern wie auch Be­rufs­ein­stei­gern glei­cher­ma­ßen be­klagt. Zudem sind Schwer­punkt­be­rei­che, die eine de­zi­diert rechts­pfle­ge- oder an­walts­ori­en­tier­te Aus­rich­tung be­sit­zen, ty­pi­scher­wei­se dem Zi­vil­recht zu­ge­ord­net. Na­he­lie­gend war es daher nach der Über­zeu­gung der Stif­tung, dass die zu stif­ten­de Pro­fes­sur einen all­ge­mein zi­vi­lis­ti­schen Zu­schnitt be­sitzt (etwa für Bür­ger­li­ches Recht, Wirt­schafts- und Ver­fah­rens­recht), er­gänzt um einen den Stif­tungs­zweck wi­der­spie­geln­den wei­te­ren Fach­be­reich (z.B. An­walts­recht, An­walts­pra­xis, an­walts­ori­en­tier­te Ju­ris­ten­aus­bil­dung). An­lie­gen der Stif­tung war es zudem, dass die Pro­fes­sur eine in­ter­dis­zi­pli­nä­re Aus­rich­tung er­ken­nen lässt, sich also auch auf Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen, Ma­nage­ment­fra­gen oder die Recht­stat­sa­chen­for­schung und So­zio­lo­gie er­streckt.

Nach län­ge­ren Ver­hand­lun­gen wurde die Stif­tungs­pro­fes­sur im Jahr 2012 an die Uni­ver­si­tät zu Köln ver­ge­ben. Der Vor­sit­zen­de des Vor­stands der Hans Sold­an­stif­tung, Man­fred Wiss­mann, er­läu­ter­te diese Ent­schei­dung wie folgt: "Da die ju­ris­ti­sche Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät zu Köln in den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren in For­schung und Lehre dem Stif­tungs­ge­dan­ken der an­walts­na­hen Aus­bil­dung in vor­bild­li­cher Weise Rech­nung ge­tra­gen hat, lag es nahe, die Sold­an Stif­tungs­pro­fes­sur an der Uni­ver­si­tät zu Köln ein­zu­rich­ten".  

Die Pro­fes­sur konn­te im Som­mer 2013 als Ju­ni­or­pro­fes­sur für "Zi­vil­recht, Wirt­schafts­recht, Ver­fah­rens­recht, An­walts­recht sowie an­walts­ori­en­tier­te Ju­ris­ten­aus­bil­dung" aus­ge­schrie­ben wer­den. Im Fe­bru­ar 2014 er­hielt der Rechts­wis­sen­schaft­ler Dr. Mat­thi­as Ki­li­an den Ruf auf die Hans-Sold­an-Stif­tungs­ju­ni­or­pro­fes­sur. Aus Anlaß sei­ner Er­nen­nung er­klär­te Sonja Schmid, Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­rats der Hans Sold­an Stif­tung: "Die Stif­tung ist davon über­zeugt, dass im Rah­men eines zu­kunfts­wei­sen­den För­der­kon­zepts nicht nur In­sti­tu­tio­nen, son­dern auch Wis­sen­schaft­lern Be­tä­ti­gungs­mög­lich­kei­ten er­öff­net wer­den müs­sen, die sich mit dem Stif­tungs­zweck iden­ti­fi­zie­ren und durch ihre fach­li­che Aus­rich­tung er­ken­nen las­sen, dass sie sich in For­schung und Lehre dau­er­haft mit den für die an­walt­li­che Be­rufs­aus­übung be­deut­sa­men Rechts­ma­te­ri­en und Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen be­fas­sen. Durch die fach­li­che Aus­rich­tung sei­ner bis­he­ri­gen Tä­tig­keit ist Mat­thi­as Ki­li­an die idea­le Be­set­zung für diese Pro­fes­sur".